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Top 12 Länder, die die meisten Rückbuchungsbetrüge verzeichnen

Durch das Internet und der Etablierung des eCommerce sowie den etlichen alternativen Zahlungsmethoden weltweit haben immer mehr Händler und Verkäufer sich auf das Internet spezialisiert. Schließlich ist dies ein neuer, sehr interessanter Absatzkanal, der sehr viel Umsatz verspricht. Es gibt nur ein Problem. Und zwar können durch grenzüberschreitende Transaktionen auch viele Betrüger ihre Finger im Spiel haben. Viele Händler sind dadurch einem Zahlungsbetrug ständig ausgesetzt.

Gemäß der Studie von LexisNexis „2016 True Cost of Fraud“ gibt es etwa 2,5-mal so viele Betrüge in Online-Verkaufskanälen als bei stationären Läden. Hierbei sprechen wir von erfolgreichen Betrügen. Die Anzahl an Versuchen wird noch deutlich höher sein. Allerdings wollen wir uns mit diesen Statistiken nicht befassen.

Wir konzentrieren uns hier nur auf die erfolgreichen Betrugsversuche. Sollten Sie zusätzlich noch mobile Verkaufskanäle nutzen, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie betrogen werden, um das 3,5-fache höher, als bei der reinen Nutzung von eCommerce.
Internationale Händler sind von dieser Statistik schockiert und das ist auch verständlich. Hier ist noch eine weitere Statistik für Sie:

Risiko des Zahlungsbetrugs weltweit

Hinzu kommt, dass das Risiko eines Betrugs in gewissen Ländern zusätzlich höher ist. Händler müssen bei Kunden aus diesen Regionen besonders aufpassen. Doch um welche Länder handelt es sich? Welche Länder sollten Sie sich in Ihrem Betrugs-Scoring-Modell besonders markieren? Sie haben doch eins, oder?

Strenggenommen, gibt es etliche Kriterien und Metriken, die wir für solch eine Bewertung heranziehen könnten. Doch wir haben uns einmal auf einen sehr wichtigen Key-Indikator konzentriert: Dem Rückbuchungsbetrug.

Haben Sie hiervon bereits gehört? Wahrscheinlich nicht. Deswegen erklären wir nun zuerst, was diese Betrugsmasche eigentlich ist und wie Sie dies vorbeugen können.

Rückbuchungsbetrug: Was ist das?

Der Rückbuchungsbetrug wird in Expertenkreisen als freundlicher Betrug bezeichnet. Allerdings ist er in keiner Weise freundlich, sondern durchaus ärgerlich. Er wird nur so genannt, da der wahre Karteninhaber den Betrug durchführt und dagegen nichts gemacht werden kann.

Im Prinzip erhält der Käufer/Konsument das Geld für eine Ware oder Dienstleistung zurück, obwohl das eigentlich nicht hätte passieren dürfen. Der Käufer plädiert darauf, dass die Bestellung niemals eintraf und die Transaktion nicht legitim war. Manchmal kommt es auch vor, dass der Käufer behauptet, dass die Transaktion eigentlich abgebrochen wurde, aber es aufgrund technischer Probleme nicht klappte.

Nicht jeder Käufer, der so etwas behauptet, ist gleich ein Betrüger, aber es gibt sehr viele Personen, die dies ausnutzen. Es gibt immer einige Fälle, bei denen es wirklich die Wahrheit ist. Die unehrlichen Personen nutzen dies skrupellos aus und erhalten ihr Geld unberechtigterweise zurück.

Nun wollen wir mal einen Blick auf die riskantesten Länder werfen.

Welche Länder haben die höchste Online-Zahlungsbetrugsrate (z.B. Rückbuchungsbetrugsrate)?

Ingenico führte diesbezüglich eine Studie im Jahr 2016 durch. Diese Studie bezieht sich auf die Daten aus dem Jahr 2015. Also, wer sind denn die beiden Länder, die eine sehr hohe Rückbuchungsrate haben, die nicht legitim ist?

Es sind Brasilien und Mexiko.

In Brasilien liegt die Rate bei 3,55%, wobei Mexiko auch 2,82% erreicht. Auf dem dritten Platz ist Russland mit einer Rate von 0,82%.

Diese Rate errechnet sich, indem man die Anzahl an Rückbuchungen durch die Anzahl an Online-Transaktionen teilt. Kurz gesagt, unter 100 Rückbuchungen findet man in Brasilien etwa 4 Betrüger, die diese Betrugsmasche erfolgreich durchgeführt haben.

Hier ist noch einmal die ganze Tabelle für Sie:

Rückbuchungsrate der Länder 2016
Brasilien 3.55%
Mexiko 2.82%
Russland 0.82%
Frankreich 0.65%
Deutschland 0.54%
Belgien 0.54%
Großbritannien 0.51%
USA 0.47%
Niederlande 0.40%
Spanien 0.24%
China 0.18%
Japan 0.18%

Doch warum sind Mexiko und Brasilien die Führer dieser Liste? Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns einmal das Zahlungsklima genauer an.

Zahlungsbetrug in Mexiko

Mexikos Rückbuchungsrate ist extrem hoch. Mexikanische Banken veröffentlichten hierzu einige Zahlen. Etwa 2,9 Millionen Fälle dieses Betrugs wurden 2014 durchgeführt. Das ergab einen Schaden von 7,3 Milliarden Pesos, was etwa 480 Millionen US-Dollar sind. Diese Betrugsmasche macht etwa 48% aller Betrügereien in Mexiko aus.

Ein möglicher Grund ist, dass die Reife im Bereich eCommerce noch nicht vollständig ausgebildet ist. Mexiko ist noch relativ neu auf diesem Gebiet. Zudem werden Aufspürungstools solcher Betrügereien nur sehr selten eingesetzt. Das erhöht das Risiko nochmals extrem.

Deswegen stehen die Mexikaner dem Online-Shopping auch sehr kritisch gegenüber und fordern, dass etwas gegen diese Betrügereien unternommen wird. Jedoch hält dies die Personen nicht davon ab, weiter online einzukaufen. 2013 waren es noch rund 8,4 Millionen Online-Shopper in Mexiko, wobei im Jahr 2018 rund 18 Millionen solcher Personen erwartet werden.

Doch was kaufen die Mexikaner am liebsten online ein? Flug- und Bustickets. Dies sind zudem auch die beliebtesten Ziele der Betrüger.

Zahlungsbetrug in Brasilien

Der eCommerce-Markt in Brasilien ist einer der größten eCommerce-Märkte weltweit und in Lateinamerika. Etwa 69% der Online-Transaktionen erfolgen über eine internationale Kreditkarte. Laut ThreatMetrix sind etwa 80% der Online-Einkäufe nicht aus Brasilien, sondern stammen aus dem Ausland.

Trotz der hohen Standards und Reife im Bereich eCommerce hat Brasilien die zweithöchste Rückbuchungsbetrugsrate weltweit. Jedoch erkennt man langsam Verbesserungen durch das 3D Secure Tool. 3D Secure ist ein großartiges Tool, aber dennoch ist der Einfluss auf solche Betrugsmaschen nur sehr gering. Denn entweder ist der Karteninhaber nicht autorisiert oder nicht gespeichert.

Wie Händler und Verkäufer wissen, gibt es viele unterschiedliche Gründe für eine Rückbuchung.

Fraud Chargeback Rate per Consumer Country

Quelle: Ingenico ‘2016 Global Online Fraud Panorama’

Warum haben Deutschland und Holland solch hohe Rückbuchungsbetrugsraten?

Sind Sie darüber erstaunt, dass auch Deutschland und Holland in dieser Liste auftreten? Zwar sind die Raten im Vergleich recht hoch, doch ein Blick in die Vergangenheit der beiden Länder macht deutlich, dass die Rate dieses Missbrauchs bereits stark gesunken ist.

Laut PayPers liegt es daran, dass Deutschland nur sehr wenig in entsprechende Sicherheitstools und -softwares investiert. Dadurch kommen viele Betrüger nach Deutschland, die die geringen Sicherheitsstandards ausnutzen.

Länder, wie Großbritannien oder die Vereinigten Staaten, haben einfach mehr Vorkehrungssoftwares, sodass es für die Betrüger dort deutlich schwerer ist. Deswegen konzentrieren sich die Zahlungsbetrüger eher auf die Länder, bei denen es deutlich einfacher ist.

Warum sind einige Länder besser als andere Länder, was die Bekämpfung von Zahlungsbetrug angeht?

Die Rückbuchungsbetrugsrate basiert auf unterschiedlichen Dingen:

  • Wie abhängig die Bevölkerung von der Kreditkarte ist
  • Inwiefern 3D Secure bereits eingesetzt wird
  • Wie etabliert der eCommerce-Markt ist
  • Wie gut die Infrastruktur der Bank ist
  • Das Ausmaß des Betrugs bei lokalen Unternehmen
  • Wie erfahren lokale Unternehmen bereits im Kampf gegen Betrugsversuche sind
  • Die Verfügbarkeit von alternativen Zahlungsmethoden
  • Käuferverhalten und Sensibilisierung der Kunden

Wie Sie den Statistiken entnehmen können, sind grenzüberschreitende Transaktionen besonders anfällig für Zahlungsbetrug. Glücklicherweise gibt es viele Tools und Unternehmen, die dagegen Lösungen anbieten und Unternehmen bei der Bekämpfung und Vermeidung solcher Maschen unterstützen.

Der erste Schritt ist, dass Sie diesen Artikel lesen, wie Sie Online-Zahlungsbetrug eliminieren können. Anschließend sollten Sie sich für zusätzliche Zahlungsschutzmethoden informieren. Wählen Sie hierfür einfach die +31 10 7989 501 und sprechen Sie mit unseren Experten. Dort erfahren Sie, was Sie effektiv für einen besseren Schutz machen können.

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